ERGONOMIE - oder wie man verhindert, ein
Cyborg zu werden.
Alle, die an einem computergestützten Arbeitsplatz arbeiten, haben ein gemeinsames
Problem, welches quer durch alle Lager geht und nicht unbedingt mit der Wahl
des Betriebssystems zusammenhängt.
Ergonomie und Vermeidung von geistigen oder körperlichen Schäden durch
Computerarbeit!
Ich unterteile hier in die Bereiche Software, Hardware, Einrichtung und Verhalten.
Und im Linkbereich gibt es auch ein paar Verweise zum
Thema.
SOFTWARE
Hier geht es um das Design einer Anwendung oder eben auch eines Betriebssystems,
wobei hier kein Glaubenskrieg geführt werden soll, der schon an diversen
anderen Stellen geführt wird. Als Anwender hat man hier so gut wie keinen
Einfluss, man kann evtl. entscheiden, ob diese Anwendung gekauft und installiert
wird oder eben nicht. Verantwortlich sind hier die Programmierer bzw. Softwaredesigner
und indirekt die Kaufentscheider. Softwaredesigner und Kaufentscheider müssen
sich folgende Fragen stellen:
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- Welche Farben und Auflösungen sollen verwendet werden?
- Wieviele Klicks und Tastenanschläge sind notwendig, um eine Aufgabe zu erledigen?
- Wie einfach erlernt ein Anwender die Funktionen des Programms?
- Lässt sich die Anwendung individuell an die Bedürfnisse des Nutzers
anpassen?
- Wie stabil und schnell läuft die Anwendung?
- Welches Ergebnis bringt der Einsatz dieser Software?
- Welche Schnittstellen sind notwendig?
- Wie lässt sich die Anwendung in die bestehende Infrastruktur
einbinden?
- Was sagt der Admin zur Software?
Beim Kauf eines Programms sollte man also nicht ausschließlich darauf achten,
ob die Software die eigentliche Aufgabe erfüllt. Vielmehr muss hier auch
auf die Art und Weise geachtet werden, wie man mit dieser Software arbeiten kann
oder muss.
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HARDWARE
Monitore
sollten eine Bildfläche mit mindestens 17" (2,54 cm * 17) in der
Diagonale haben, dabei 1024 x 768 Bildpunkte mit mehr als 256 Farben darstellen
können und mindestens 75 Hz Bildwiederholfrequenz haben. Es geht hier darum,
dass ein scharfes und flimmerfreies Bild dargestellt wird. Neuere Untersuchungen
zeigen sogar, dass der Mensch unterbewusst auch 75 Bildwiederholungen pro Sekunde
als Stressfaktor empfindet. Und was man nicht vergessen darf, ein CRT-Monitor
strahlt, heute zwar weniger als noch vor Jahren, aber er strahlt ...
Bei
LCD-Displays sieht es etwas anders aus. Auch hier gelten die Anforderungen an
Größe und Auflösung, die Bildwiederholfrequenz hat hier aber
ein anderes Gewicht, da LCDs von sich aus schon bei 60 Hz ein subjektiv flimmerfreies
Bild darstellen. Bei diesen Display gilt es, auf die Darstellung aus einem indirekten
Blickwinkel zu achten, die Helligkeit bzw. Leuchtkraft ist hier wichtig und defekte
Bildpunkte können auch ziemlich nerven. Ein Nachteil bei
den Displays ist, dass sie eine optimale Einstellung der Auflösung haben.
Das heisst, bei einer Bilddiagonale von 15" wird meist eine Auflösung
von 1024 x 786 Bildpunkten benötigt. Wem hier die Darstellung zu klein erscheint,
der kann natürlich auf 800 x 600 Bildpunkte herunterschalten, nur werden
Bildschirmschriften dann oft verschwommen dargestellt, was sich aber durch die
Anpassung der Bildschirmfonts ausgleichen lässt.
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Die
Tastatur erfährt die größte Beanspruchung, wird beim PC-Kauf
aber fast nicht beachtet. Wichtig ist hier der Tastenanschlag, wie leicht oder
schwer lassen sich Zeichen eingeben, haken irgendwelche Tasten? Die Wahl der
Tastatur hängt stark von der Arbeitsweise des Benutzers ab. So können einige
z. B. nicht mit einer in der Mitte abgewinkelten Tastatur arbeiten, andere empfinden
das aber als absolut angenehm.
Die Maus ist durch die grafische Oberfläche
der Software ein unbedingt notwendiges Eingabegerät geworden. Für mein
Empfinden ist es aber das Gerät, dass die geringste Ergonomie versprüht.
Bei der Nutzung der Maus verkrampft man leicht und bekommt schnell den MacMausArm.
Auch hier kommt es wieder auf die Softwareergonomie an, denn ein System unter
Windows® lässt sich auch ohne Maus bedienen, was z. B. bei einem Macintosh® nicht
möglich ist. Bei der Auswahl der Maus sehe ich als wichtig an, dass diese
möglichst kabellos ist, ein Scrollrad hat und der Tastendruck eben meinen
Anforderungen entspricht.
Der
PC selbst muss die von mir verwendete Software in angemessener Geschwindigkeit
verarbeiten, muss eine für die Bildausgabe (siehe Monitor) ausreichende
Grafikkarte haben und sollte leise und störungsfrei sein Werk verrichten.
So simpel!? Geschwindigkeit und Grafik sind heute kein Problem mehr. Was die
Lautstärke eines PCs angeht, da sind wir leider noch nicht einmal so weit,
dass die Hersteller einen Wert angeben, der einen Vergleich zulässt. Die
Lüftertriebwerke, die einen heute teilweise durch den Tag begleiten, können
schon gehörig an den Nerven zehren.
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EINRICHTUNG
In herstellenden Betrieben wird schon seit Jahren auf Arbeitsschutz geachtet,
d. h. es werden Produktionsprozesse und Maschinen so angepasst, dass gesundheitliche
Schäden vermeidbar sind. In der Büroumgebung setzt sich dieses Denken
nur langsam durch. Das liegt wohl daran, dass die negativen Folgen nicht so offensichtlich
sind - man verliert nicht gleich eine Hand, wenn mal eine Taste klemmt.
Als wesentlich sehe ich hier die Beleuchtung, den Schreibtisch, Stuhl und die
Anordnung der Einrichtung. Man könnte hier noch vieles mehr, wie z. B. das
Telefon, die Raumgrösse u. ä. anführen, ich will mich hier aber
auf diese Punkte beschränken.
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Die Beleuchtung eines PC-Arbeitsplatzes muss
grundsätzlich so beschaffen sein, dass der Raum hell ist, jedoch auf dem
Bildschirm keine Reflektionen entstehen und man selbst beim Blick auf den Monitor
auch nicht durch dahinter liegende Lichtquellen geblendet wird. Das klingt einfach,
ist es aber nicht.
Fenster und Beleuchtung müssen hier beachtet werden, wo es schon schwierig
wird. Reflektionen können direkt z. B. durch die einstrahlende Sonne oder
eine Lampe entstehen, die sich auf dem Monitor spiegeln. Das lässt sich
relativ einfach verhindern, indem man Jalousien am Fenster anbringt bzw. die
Lampe anders ausrichtet oder auswechselt.
Schwieriger sind da schon die sogenannten Reflexblendungen. Diese entstehen durch
eine hohe Raumhelligkeit, die durch die Wände, die in diesem Fall mal in
Hochglanz weiß gestrichen wurden, reflektiert werden und im ungünstigen
Fall eine ähnliche Erscheinung auf dem Bildschirm zeigen wie bei einer direkt
strahlenden Lampe. Hier muss man sich schon ausreichend Gedanken machen, evtl.
Tests durchführen oder Fachleute beauftragen.
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Der Schreibtisch sollte die Mindestmaße 72 x 160 x 80 cm (Höhe x Breite
x Tiefe) nicht unterschreiten. Besser wäre natürlich, gerade für
diejenigen, die viel Papier bewegen müssen, eine Arbeitsfläche von
100 x 200 cm. Und um dann noch variabel zu sein, was der Ergonomie nur gut tut,
sollte ein Schreibtisch höhenverstellbar sein. Die Höhenverstellbarkeit
sollte einfach zu handhaben sein. Es gibt hier Möglichkeiten, die soweit
gehen, dass Sie einen Steharbeitsplatz haben. Die grundsätzliche Anschaffung
eines Stehpultes statt des normalen Schreibtisches oder zusätzlich ist zu überlegen,
denn das Arbeiten im Stehen ist für die Körperhaltung besser.
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Der Bürostuhl muss natürlich höhenverstellbar sein, die Rückenlehne
sollte variabel einstellbar sein. Das der Stuhl auf fünf Rollen drehbar
steht, muss ich hier wohl nicht sagen. Die Anschaffung eines Sitzballs ist nicht
nur im Krankheitsfall zu überlegen, denn dieser fördert eine aktive
Körperhaltung (sonst würde man runterfallen). Diese Sitzbälle
bekommt man nicht überall und das ist gut so, denn auch hier gibt es unterschiedliche
Größen und die Größe muss zum Benutzer passen.
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Die
Anordnung des Mobiliars ist ein sehr wichtiger Punkt. Hier müssen alle
gewonnen Erkenntnisse zusammenkommen.
Als Beispiel: Ich stelle meinen Schreibtisch hin (seitlich zum Fenster, da ich
Jalousien habe, davor eine Wand mit einem Bild), Monitor so darauf, dass ich
zwischen 50 und 70 cm Abstand zum Gesicht habe und dass meine Augen in der Höhe
mit der sichtbaren Oberkante der Bildfläche des Monitors übereinstimmen.
Den PC stelle ich daneben, sollte das nicht möglich sein, stelle ich ihn
unter den Monitor. Nun stelle ich den Stuhl davor, setze mich hin und justiere
die Höhe von Stuhl und Schreibtisch (siehe Verhalten 90°). Nun schalte
ich meine Stehlampe ein. Aha, ich sehe die Lampe im ausgeschalteten Monitor!
Ich muss also die Lampe an einen anderen Platz stellen. Dies ist natürlich
ein simples Beispiel und nicht für den Bürobetrieb tauglich.
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Der Schreibtisch muss grundsäzlich so ausgerichtet
sein, dass keine direkte Lichteinstrahlung auf den Monitor kommt, dass zwischen
dem Schreibtisch und der Seite, an der ich sitze, mindestens ein Meter Platz
zum Zurückrollen vorhanden
ist.
Der Abstand Gesicht - Monitor muss zwischen 50 und 70 cm liegen. Zwischen Unterschenkel
und Oberschenkel, zwischen Oberkörper und Unterschenkel und zwischen Oberarm
und Unterarm sollte ein Winkel von ca. 90° bestehen. Die Bildfläche
des Monitors (als der eigentliche Bildschirm) sollte mit den Augen ungefähr
auf gleicher Höhe sein.
VERHALTEN
Grundsätzlich muss bei Bildschirmarbeit darauf geachtet werden, dass zwischendurch
immer wieder etwas anderes gemacht wird. Das heißt, sollten Sie durch Ihre
Tätigkeit ständig am PC arbeiten, so müssen Sie mindestens alle
60 - 120 Minuten kurze Übungen durchführen, die Ihrem Körper klarmachen,
dass er nicht nur diese Muskeln benötigt (einfache Lockerungsübungen
sind völlig ausreichend). Dies ist ein sehr wichtiger Punkt, gerade für
diejenigen, die kein ZEHN-FINGER-SYSTEM beherrschen oder viel mit der Maus arbeiten.
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Eine aufrechte aber nicht gespannte Körperhaltung ist wichtig.
Überprüfen Sie Ihre Körperhaltung vor dem PC ständig.
Bewegung ist wichtig. Erlauben Sie Ihrem Körper nicht, zu glauben, er könne
seine Aufgaben mit den Partien erledigen, die er 8 Stunden am Tag 5 mal die Woche
benutzt, nur weil dies die am häufigsten benutzten Partien sind. Im Idealfall
nutzen Sie verschiedene Sitzgelegenheiten wie Bürostuhl und Sitzball und
arbeiten häufig auch am vielleicht vorhandenen Stehpult. Und zwischendurch
machen Sie kurze Lockerungübungen. Der Arbeitsplatz muss auch nicht immer
so bleiben, wie er einmal aufgebaut wurde, das Umstellen des Schreibtisches gibt
manchmal ein völlig neues Lebensgefühl.
Veränderung und Abwechslung sind wichtig, um sich selbst gesund zu erhalten!
Sollten Sie bereits Probleme haben, bleibt nur der Gang zum Arzt.
Verweise
Im Linkbereich gibt es einen Abschnitt zur Ergonomie, über den Sie weitere hilfreiche
und interessante Informationen finden können.
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